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Anzeigen12. Oktober 20266 min

Google Ads Kampagne erstellen: Schritt für Schritt für kleine Betriebe

So legst du als Handwerksbetrieb eine Google-Ads-Kampagne an — von der Kontoeinrichtung über Stichwörter bis zur ersten Anzeige, ohne Agentur.

Ein Elektriker sitzt an einem kleinen Schreibtisch in seiner Werkstatt und schaut konzentriert auf einen Laptop-Bildschirm

Eine Google-Ads-Kampagne anzulegen ist in erster Linie eine Reihe von Entscheidungen: Wofür willst du gefunden werden, wer soll deine Anzeige sehen, und wie viel darf das kosten. Die Google-Oberfläche selbst führt dich durch ein Formular — schwieriger ist es, die richtigen Antworten zu finden, bevor du auf „Veröffentlichen" klickst. Dieser Beitrag geht die Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie bei der Einrichtung tatsächlich kommen.

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Vor der ersten Kampagne: ein Google-Ads-Konto

Bevor überhaupt eine Kampagne entstehen kann, brauchst du ein Google-Ads-Konto, verknüpft mit einem Google-Konto, über das du dich anmeldest. Google fragt dabei nach deiner Geschäftsadresse, der Zeitzone und der Abrechnungswährung — alle drei lassen sich später nur eingeschränkt ändern, deshalb lohnt es sich, sie gleich korrekt einzutragen. Danach bietet dir Google meist einen „Expertenmodus" oder „Smart-Modus" zur Auswahl an. Für einen Betrieb, der selbst entscheiden will, welche Stichwörter und welches Budget er verwendet, ist der Expertenmodus die richtige Wahl — der Smart-Modus nimmt dir viele dieser Entscheidungen ab, zeigt dir dafür aber auch weniger von dem, was im Hintergrund passiert.

Kampagnentyp wählen: was zu deinem Ziel passt

Google Ads kennt mehrere Kampagnentypen, und der Unterschied zwischen ihnen entscheidet mehr über den Erfolg als fast jede spätere Feineinstellung. Für einen Handwerksbetrieb, der Anfragen über die eigene Website bekommen will, ist das meist eine Suchnetzwerk-Kampagne: Deine Anzeige erscheint als Text über oder unter den normalen Suchergebnissen, wenn jemand nach genau deinem Stichwort sucht. Andere Typen — etwa Shopping-Kampagnen für Online-Shops mit Produktkatalog, oder Display-Kampagnen mit Bildanzeigen auf fremden Webseiten — passen eher zu anderen Geschäftsmodellen und lohnen sich für die meisten lokalen Betriebe erst später, wenn die erste Kampagne schon läuft.

Innerhalb der Suchnetzwerk-Kampagne wählst du außerdem ein Kampagnenziel wie „Leads" oder „Websiteverkehr". Das Ziel ändert vor allem, welche Zusatzfunktionen dir Google vorschlägt — für den Start reicht es, grob zu wissen, dass du Anfragen willst, und das passende Ziel auszuwählen.

Die Anzeigengruppe: ein Thema, eine Landingpage

Eine Kampagne besteht aus einer oder mehreren Anzeigengruppen, und jede Anzeigengruppe sollte genau ein Thema bedienen — zum Beispiel „Dachreparatur" statt „alles, was wir anbieten". Der Grund: Jede Anzeigengruppe führt zu einer Landingpage, und je genauer das Stichwort, die Anzeige und die Landingpage zueinander passen, desto besser bewertet Google die Qualität — und desto günstiger wird dein Klickpreis. Mehr dazu, wie der Klickpreis überhaupt entsteht, steht in Google Ads Kosten: was Handwerker wirklich einplanen müssen.

Praktisch heißt das: Lieber zwei kleine, klar abgegrenzte Anzeigengruppen als eine große, die alles abdecken soll.

Stichwörter auswählen, ohne dich zu verzetteln

Für jede Anzeigengruppe legst du Stichwörter fest, bei deren Suche deine Anzeige erscheinen soll. Drei Dinge helfen dabei, von Anfang an:

  • Konkret statt allgemein. „Elektriker Notdienst Zweibrücken" hat weniger Mitbieter und trifft genauer als „Elektriker". Allgemeine Begriffe bringen mehr Reichweite, aber auch mehr Klicks von Leuten, die etwas ganz anderes suchen.
  • Negative Keywords von Anfang an. Du kannst Begriffe ausschließen, bei denen deine Anzeige nicht erscheinen soll — etwa „Ausbildung" oder „Stellenangebote", wenn du Kunden suchst und keine Bewerber. Das spart Klicks, die ohnehin nie zu einer Anfrage geführt hätten.
  • Keyword-Optionen bewusst wählen. Google unterscheidet zwischen „weitgehend passend", „passende Wortgruppe" und „genau passend". Wer am Anfang steht, fährt mit der genaueren Einstellung meist ruhiger, auch wenn dadurch zunächst weniger Impressionen entstehen — so bleibt der Überblick erhalten, wer bei welchem Begriff tatsächlich auf die Anzeige klickt.

Ein Notizblock mit einer handgeschriebenen Liste liegt auf einer Werkbank neben einem Maßband und einem Bleistift

Eine kurze, genaue Liste schlägt eine lange, allgemeine — gerade am Anfang.

Anzeigentext und Erweiterungen

Eine Textanzeige im Suchnetzwerk besteht aus mehreren Überschriften und Beschreibungszeilen, die Google automatisch kombiniert. Für kleine Betriebe hat sich bewährt, in den Überschriften das zu nennen, was jemand sucht (zum Beispiel die Leistung und den Ort), und in den Beschreibungen zu sagen, was danach passiert — etwa wie schnell du zurückmeldest. Wichtig dabei: keine Erfolgsversprechen oder Zahlen, die du nicht halten kannst, denn irreführende Werbeaussagen sind in Deutschland abmahnfähig, unabhängig vom Werbekanal.

Dazu kommen Anzeigenerweiterungen — zusätzliche Informationen wie Telefonnummer, Standort oder Zusatzlinks zu einzelnen Unterseiten. Sie machen die Anzeige größer und damit sichtbarer, ohne dass du dafür extra zahlst, und lohnen sich praktisch immer.

Budget und Gebotsstrategie zuletzt festlegen

Erst nachdem Kampagnentyp, Anzeigengruppe, Stichwörter und Anzeigentext stehen, legst du das Tagesbudget und die Gebotsstrategie fest. Für den Einstieg ist eine einfache, auf Klicks ausgerichtete Strategie leichter zu verstehen als die automatisierten Varianten, die Google unter anderem anbietet — diese brauchen in der Regel erst eine gewisse Menge an Daten, um zuverlässig zu funktionieren. Wie du ein realistisches Budget findest, steht ausführlich in Google Ads Kosten: was Handwerker wirklich einplanen müssen.

Conversion-Tracking einrichten, bevor die Kampagne startet

Ohne Tracking siehst du zwar Klicks, aber nicht, ob daraus eine Anfrage wurde. Google Ads bietet dafür ein eigenes Conversion-Tracking an, das erkennt, wenn jemand nach einem Klick auf deiner Website ein Formular abschickt oder anruft. Richte das vor dem Start der Kampagne ein — sonst fehlen dir genau in den ersten, meist teuersten Tagen die Daten, die zeigen, ob sich etwas lohnt.

Eine Fliesenlegerin sitzt auf einer Kiste in einem halbfertigen Bad und tippt auf einem Tablet

Die ersten Tage sind zum Beobachten da, nicht zum Urteilen.

Nach dem Start: beobachten statt sofort eingreifen

Eine neue Kampagne braucht Zeit, bis genug Daten für ein Urteil zusammenkommen. Wer nach dem ersten Tag ohne Anfrage schon das Budget erhöht oder die Stichwörter umwirft, verändert die Ausgangslage, bevor sie überhaupt aussagekräftig war. Realistischer ist es, die ersten ein bis zwei Wochen laufen zu lassen und erst danach zu entscheiden, welche Anzeigengruppe oder welches Stichwort wirklich zu Anfragen führt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine Google-Ads-Kampagne läuft?

Eine neue Kampagne wird in der Regel innerhalb weniger Stunden geprüft und freigegeben. Bis genug Klicks für eine erste Einschätzung zusammenkommen, dauert es dagegen eher Tage bis wenige Wochen, abhängig vom Budget und der Konkurrenz um deine Stichwörter.

Brauche ich für Google Ads eine eigene Landingpage?

Zwingend vorgeschrieben ist das nicht, aber es wirkt sich auf die Anzeigenqualität und den Klickpreis aus. Eine Seite, die genau zur Anzeige passt, bewertet Google besser als eine allgemeine Startseite, auf die jede Anzeige verweist.

Kann ich eine Kampagne auch ohne Agentur selbst einrichten?

Ja — die Google-Ads-Oberfläche ist für Selbstständige gemacht, nicht nur für Agenturen. Was dabei Zeit braucht, ist weniger die Technik als das genaue Eingrenzen von Stichwörtern, Zielgruppe und Anzeigentext auf das eigene Angebot.


Wer seine Google-Ads-Kampagne nicht allein einrichten will, kann dafür ein kurzes Erstgespräch vereinbaren: gefundenwerden.online/termin. Wer lieber selbst lernen will, wie Website und Anzeigen zusammenspielen, findet das in der gefundenwerden.online Academy.