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Website8. Oktober 20266 min

Website-Texte schreiben: worauf es wirklich ankommt

Keine Werbesprache, sondern klare Sätze, die Kunden verstehen: so schreibst du Website-Texte für deinen Betrieb, die wirklich gelesen werden.

Ein Handwerker sitzt am Küchentisch mit einem Notizblock und einem Laptop und schreibt Texte für seine Website

Die besten Website-Texte für einen kleinen Betrieb sind die, die ein Kunde beim ersten Lesen versteht: was du machst, für wen, und was er als Nächstes tun soll. Mehr braucht es nicht — und genau daran scheitern die meisten Websites von Handwerkern und kleinen Betrieben, die ich sehe.

Warum die eigenen Texte meist nicht funktionieren

Wenn Betriebe ihre Website selbst texten, passiert fast immer dasselbe: Sie schreiben, wie sie über ihre Arbeit denken, nicht, wie ein Kunde danach sucht. „Kompetenz, Qualität und Zuverlässigkeit seit über 20 Jahren" steht auf hunderten Handwerker-Websites — und sagt einem Leser nichts, weil es nichts Konkretes behauptet. Jeder Betrieb könnte diesen Satz über sich schreiben.

Ein Kunde, der auf deine Seite kommt, hat meist ein konkretes Problem: eine tropfende Leitung, ein undichtes Dach, eine Küche, die er erneuern will. Er will in drei Sekunden wissen, ob du derjenige bist, der das löst. Genau das muss oben auf der Seite stehen — nicht der Firmenname zuerst, sondern das Problem und die Lösung.

Eine Handwerkerin in der Werkstatt telefoniert und macht sich Notizen auf einem Block

So klingt ein Kunde am Telefon — genau diese Wörter gehören in den Text.

Schon ein kurzes Gespräch zeigt, wie Kunden wirklich über ihr Problem reden — oft ganz anders, als man selbst auf der Website formulieren würde. Wer das beim Schreiben im Ohr hat, trifft die Sprache seiner Kunden fast automatisch.

Mit der Startseite anfangen, nicht mit der "Über uns"-Seite

Viele setzen sich zuerst an „Über uns", weil es sich leicht anfühlt — man erzählt die eigene Geschichte. Das Problem: Kunden lesen „Über uns" meist erst, wenn sie schon überzeugt sind. Die Startseite entscheidet, ob sie überhaupt so weit kommen.

Für die Startseite reicht dieser Aufbau:

  1. Was du machst, in einem Satz. „Dachdeckerarbeiten in und um Kaiserslautern" ist besser als „Ihr Partner für alle Belange rund ums Dach".
  2. Für wen. Privatkunden, Gewerbe, eine bestimmte Region — das engt nicht ein, es sagt dem richtigen Leser, dass er richtig ist.
  3. Was als Nächstes passiert. Ein Button mit einer klaren Handlung: „Termin vereinbaren", „Jetzt anfragen" — kein vages „Kontakt".

Alles danach — Leistungen, Referenzen, Über uns — stützt diese drei Punkte, ersetzt sie aber nicht.

Konkret statt wolkig

Der größte Hebel bei Website-Texten ist, Behauptungen durch Beschreibungen zu ersetzen. Ein Beispiel:

Wolkig Konkret
„Hohe Qualität zu fairen Preisen" „Festpreis vor Arbeitsbeginn, keine Überraschungen auf der Rechnung"
„Schnelle Reaktionszeiten" „Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden, Notdienst am Wochenende"
„Langjährige Erfahrung" „Seit 2009 Bäder und Heizungen in der Pfalz"

Die rechte Spalte liest sich nicht "schöner" — sie sagt einfach mehr. Das ist der Unterschied zwischen Werbesprache und einem Text, dem man glaubt.

Warum sich das Thema überhaupt lohnt

Viele Betriebe denken, zu „Website-Texte schreiben" sucht ohnehin niemand — das Interesse ist aber real, auch wenn die konkrete Formulierung variiert:

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Quelle: DataForSEO, Google-Suchvolumen Deutschland, Oktober 2026

Auffällig: Genauso viele Menschen suchen danach, die Texte schreiben zu lassen, wie danach, sie selbst zu schreiben. Beide Wege sind also üblich — es kommt nur darauf an, welcher zu deiner Zeit und deinem Betrieb passt.

Wie Kunden wirklich lesen

Kaum jemand liest eine Website-Seite von oben bis unten wie einen Brief. Studien zum Leseverhalten im Netz (zum Beispiel von Nielsen Norman Group, nngroup.com) zeigen seit Jahren: Besucher überfliegen in einem F- oder Z-Muster — sie lesen Überschriften und die ersten Wörter von Absätzen, selten den ganzen Fließtext. Für deine Texte heißt das:

  • Kurze Absätze. Drei bis vier Zeilen, dann ein Absatzumbruch.
  • Zwischenüberschriften, die für sich stehen. Wer nur die Überschriften liest, soll trotzdem verstehen, worum es geht.
  • Das Wichtigste zuerst im Satz, nicht als Nebensatz am Ende.
  • Listen statt Bandwurmsätze, wenn du mehrere Punkte aufzählst.

Die Sprache deiner Kunden, nicht deine Fachsprache

Ein Elektriker schreibt „Zählerschrankmodernisierung", ein Kunde sucht „alte Sicherungen austauschen" oder „neuer Stromkasten". Beide meinen dasselbe — aber nur einer der beiden Begriffe taucht in dem auf, was ein Kunde tatsächlich in Google eingibt oder einem Nachbarn erzählt.

Ein einfacher Trick: Lies dir laut vor, wie ein Kunde dir am Telefon sein Problem beschreiben würde, und nimm genau diese Wörter für deine Überschriften und den ersten Absatz. Die Fachbegriffe können weiter unten stehen, für Leser, die es genauer wissen wollen — aber sie sollten nicht die erste Hürde sein.

Jede Seite braucht ein Ziel

Bevor du eine Seite schreibst, beantworte eine Frage: Was soll der Leser hier tun, wenn er fertig gelesen hat? Eine Leistungsseite soll zur Anfrage führen, eine Referenzseite soll Vertrauen aufbauen und zur Leistungsseite zurückführen, eine Blogseite soll zu einer passenden Seite der Hauptseite weiterleiten. Ohne dieses Ziel entstehen Texte, die informieren, aber nirgends hinführen — und das ist für einen kleinen Betrieb verlorene Zeit.

Ein Text ohne Handlungsaufforderung am Ende ist wie ein Verkaufsgespräch, das einfach aufhört, bevor du nach dem Auftrag fragst.

Häufige Fehler, die ich immer wieder sehe

  • Zu viel „Wir". Sätze, die mit „Wir bieten", „Wir sind" beginnen, drehen sich um den Betrieb statt um das Problem des Kunden. Oft reicht es, den Satz umzudrehen: „Sie bekommen eine Heizung, die im Winter nicht ausfällt" statt „Wir bieten zuverlässige Heizungsinstallation".
  • Keine Preise, keine Hinweise auf Preise. Wer gar nichts zu Kosten sagt, verschreckt Kunden, die vorher wenigstens eine Größenordnung wissen wollen. Selbst „Angebot nach kostenloser Besichtigung" ist konkreter als nichts.
  • Textwüsten ohne Struktur. Ein Absatz mit zwölf Zeilen wird am Handy einfach übersprungen.
  • Copy-paste von der Konkurrenz. Abgeschriebene Texte lesen sich fremd und bringen nichts für Google — Suchmaschinen bevorzugen eigenständige Inhalte.

Mit KI vorformulieren, selbst nachschärfen

Ein Sprachmodell wie Claude oder ChatGPT kann eine gute erste Fassung liefern, wenn du ihm sagst, was du machst, für wen, und was den Betrieb ausmacht — genau die Angaben aus den Abschnitten oben. Die Nacharbeit bleibt trotzdem bei dir: Fachbegriffe richtig setzen, falsche Behauptungen rausnehmen, den Ton so machen, wie du wirklich mit Kunden sprichst. Wie du eine ganze Website so mit KI aufbaust, beschreibe ich ausführlicher in Website mit KI erstellen: so geht es Schritt für Schritt.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Website-Seite sein?

Es gibt keine feste Länge. Eine Leistungsseite für einen Handwerksbetrieb kommt oft mit 150 bis 400 Wörtern aus, wenn sie konkret ist. Wichtiger als die Länge ist, dass jeder Satz etwas beiträgt, das ein Kunde wissen will.

Soll ich Texte von der Konkurrenz als Vorlage nehmen?

Als Anhaltspunkt, welche Fragen eine Seite beantworten sollte, ja. Abschreiben nicht — eigene, konkrete Angaben zu deinem Betrieb wirken glaubwürdiger und sind auch bei Google im Vorteil.

Brauche ich für jede Leistung eine eigene Seite?

Wenn du mehrere klar unterscheidbare Leistungen anbietest (zum Beispiel Dachsanierung und Dachrinnenreinigung), hilft eine eigene Seite pro Leistung — jede kann dann genau die Fragen zu diesem einen Thema beantworten, statt alles auf einer Seite zu vermischen.

Wer schreibt die Texte, wenn ich keine Zeit dafür habe?

Wenn du die Website selbst bauen willst, zeigt die gefundenwerden.online Academy, wie du mit KI auch die Texte dazu erstellst. Willst du das abgeben, baue ich Websites samt Texten fertig — mehr dazu unter gefundenwerden.online.