Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über deine erste eigene Website schreiben. Aber es gibt eine Frage, die davor kommt — und zwar bei jedem. Ich habe im letzten Teil erklärt, wie man Claude an eine Marktdatenbank hängt und einfach nachfragt, was Menschen wirklich googeln. Also habe ich das für diesen Blog gemacht. Das Ergebnis war eindeutig:
Rund 880-mal im Monat wird in Deutschland „website erstellen kosten" gesucht, 720-mal „website kosten", 480-mal „website erstellen lassen kosten", dazu Hunderte weitere Varianten wie „was kostet es, eine Website erstellen zu lassen". Und für einen einzigen Anzeigen-Klick auf diesen Begriff zahlen Agenturen bis zu 21,78 Dollar (Google-Ads-Daten via DataForSEO, Stand September 2026).
Bevor irgendjemand über Design, Texte oder Google-Rankings nachdenkt, will er wissen: Was kostet mich das? Also klären wir das. Mit Zahlen, ohne Schaumschlägerei — auch da, wo die Antwort unbequem ist.
Damit du die Größenordnungen gleich vor Augen hast, hier alle Wege auf einen Blick. Ein Hinweis zum Lesen: Die Skala ist logarithmisch — jeder Schritt nach rechts ist ein Vielfaches, kein gleichmäßiger Zuwachs. Anders ginge es nicht, sonst wäre ein 50-Euro-Angebot neben 50.000 Euro ein unsichtbarer Strich.
Für dasselbe Wort „Website" werden 50 Euro und 50.000 Euro aufgerufen. Beides existiert wirklich
Weg 1: Die Agentur
Der klassische Weg. Du beschreibst, was du willst, und ein Team baut es. Die Preise 2026 in Deutschland liegen laut den einschlägigen Branchen-Ratgebern zwischen 3.600 und 18.000 Euro, wobei ein ordentlicher Auftritt für einen kleinen Betrieb realistisch ab etwa 5.000 Euro beginnt. Nach oben ist offen: Bei größeren Projekten werden 30.000 Euro und mehr aufgerufen.
Der Grund ist keine Abzocke, sondern Mathematik. Agenturen rechnen 2026 mit Stundensätzen von 100 bis 180 Euro. Eine Website, an der Konzept, Design, Umsetzung und Texte hängen, frisst schnell 40 bis 60 Stunden. Rechne selbst.
Und dann kommt der Teil, den viele übersehen: Mit der Übergabe ist es nicht vorbei. Für Hosting, Wartung, Updates und Support werden üblicherweise 60 bis 250 Euro monatlich fällig — je nach Vertrag also 720 bis 3.000 Euro pro Jahr, dauerhaft.
Was in so einem Preis eigentlich steckt
„6.000 Euro für eine Website" klingt nach einer Zahl, die jemand gewürfelt hat. Sie besteht aber aus Posten, und die kannst du dir vorrechnen lassen. Bei 120 Euro Stundensatz sieht ein typisches Angebot ungefähr so aus:
| Posten | Aufwand | Anteil |
|---|---|---|
| Konzept, Beratung, Struktur | 5–8 Std. | ~900 € |
| Entwürfe und Design | 12–18 Std. | ~1.800 € |
| Technische Umsetzung | 15–25 Std. | ~2.400 € |
| Texte | 5–10 Std. | ~900 €, oft extra |
| SEO-Grundlagen, Einrichtung | 3–6 Std. | ~540 € |
| Übergabe und Einweisung | 2–4 Std. | ~360 € |
Zwei Dinge kannst du damit anfangen. Erstens: Wenn dir jemand 6.000 Euro nennt und diese Aufstellung auf Nachfrage nicht liefern kann, ist das kein gutes Zeichen. Zweitens siehst du sofort, wo dein eigenes Geld liegt — die Texte über dein Handwerk schreibst du besser als jede Agentur, und genau dieser Posten ist erfahrungsgemäß der zäheste im ganzen Projekt.
Weg 2: Der Freelancer
Dasselbe, nur kleiner. Ein einzelner Webdesigner nimmt 800 bis 8.000 Euro einmalig, die Stundensätze liegen bei 50 bis 120 Euro. Das ist oft 20 bis 40 Prozent günstiger als die Agentur.
Der Haken ist nicht der Preis, sondern das Danach. Bei vielen Freelancern endet die Betreuung mit der Rechnung. Wenn du ein halbes Jahr später eine Preisliste ändern willst und derjenige gerade ausgebucht ist, im Urlaub oder den Beruf gewechselt hat, sitzt du auf einer Website, an die du nicht rankommst. Das ist der häufigste Anruf, den ich zu diesem Thema bekomme.
Weg 3: Die Billig-Ecke — Fiverr und Offshore
Hier wird es interessant, weil die Zahlen zunächst unschlagbar aussehen.
Fiverr. Angebote beginnen bei 5 Euro, die meisten liegen um 100, nach oben geht es bis etwa 1.800. Was du für 50 bis 500 Euro bekommst, ist in aller Regel ein gekauftes Template: Jemand erwirbt eine Vorlage für 30 Euro, setzt dein Logo und deine Texte hinein, liefert nach zwei Stunden. Für eine reine Visitenkarte kann das reichen. Beratung, Strategie oder etwas, das nach dir aussieht, ist nicht dabei.
Offshore und Nearshore. Entwickler in Asien arbeiten für 15 bis 25 Euro die Stunde, in Osteuropa sind es 30 bis 70 — gegenüber 100 bis 180 Euro in Deutschland. Auf dem Papier sparst du 80 Prozent.
In der Praxis selten. Untersuchungen zum Auslagern von Softwareprojekten kommen auf eine tatsächliche Ersparnis von rund 16 Prozent statt der versprochenen 50 und mehr. Der Rest verschwindet in dem, was zwischen dir und dem Ergebnis steht: Zeitverschiebung, Sprache, Missverständnisse, längere Schleifen. Was hier ein Anruf wäre, wird dort ein Tag.
Und der Punkt, der beim Preisvergleich untergeht, ist bei allen Billig-Wegen derselbe: Du hast am Ende eine Website, die jemand nach deiner Vorgabe gebaut hat — aber niemanden, der sie kennt, wenn du in einem Jahr etwas ändern willst.
Weg 4: Der Baukasten
Wix, Jimdo, IONOS und wie sie alle heißen. Die bezahlten Tarife starten bei 5 bis 15 Euro im Monat. IONOS lockt mit 1 Euro für die ersten sechs Monate, danach sind es 9 Euro. Ein Einstiegsangebot, das sich nach einem halben Jahr verneunfacht — darauf solltest du beim Rechnen achten.
Preislich ist das der günstigste Weg. Ehrlich gesagt: günstiger als alles, was ich dir gleich vorschlage. Warum ich trotzdem abrate, kommt weiter unten — es hat nichts mit dem Preis zu tun.
Weg 5: Selbst bauen, mit KI
Jetzt der Weg, um den es in diesem Blog geht. Hier zahlst du keinen Dienstleister, sondern nur noch Werkzeuge. Aufgeschlüsselt:
Die KI selbst. Claude Pro kostet 20 US-Dollar im Monat, im Jahresabo 17 Dollar. Claude Code — der arbeitende Agent aus dem letzten Teil — ist darin enthalten. Das ist dein Baumeister.
Die Domain. Deine Adresse im Netz, also dein-betrieb.de. Eine
.de-Domain kostet regulär rund 15 Euro im Jahr. Vorsicht bei
Lockangeboten für 1 Euro im ersten Jahr: Interessant ist immer der
Preis ab dem zweiten.
Das Hosting. Hier muss ich genau sein, weil im Netz viel Unsinn steht. Der bekannteste Anbieter ist Vercel — technisch sehr bequem. Aber dessen Gratis-Tarif „Hobby" ist ausdrücklich „for personal, non-commercial use", also privat und nicht gewerblich. Für die Seite deines Betriebs bräuchtest du dort den Pro-Tarif für 20 US-Dollar im Monat.
Es geht auch anders. Cloudflare Pages hostet deine Website kostenlos — und gewerbliche Nutzung ist dort ausdrücklich erlaubt. Unbegrenzter Datenverkehr, eigene Domain, HTTPS-Verschlüsselung, weltweite Auslieferung. Die Grenzen des Gratis-Tarifs: 500 Bauvorgänge im Monat, 20.000 Dateien pro Seite, 25 MB je Datei. Für einen Handwerksbetrieb ist das nicht auszureizen — du müsstest deine Seite 16-mal am Tag neu bauen, um an die Build-Grenze zu stoßen. Nur Videos solltest du dort nicht ausliefern, dafür ist das Netzwerk nicht gedacht. Die packst du wie alle anderen zu YouTube.
Dein Hosting kostet also null Euro. Kein Lockangebot mit Preissprung im zweiten Jahr, sondern der reguläre Gratis-Tarif. Und weil bei Cloudflare auch deine Domain und dein DNS liegen können, hast du alles an einem Ort.
Unterm Strich landest du bei rund 20 Euro im Monat — das ist im Kern das Claude-Abo. Keine einmalige Summe, kein Vertrag, keine Vorkasse.
| Weg | Einmalig | Laufend |
|---|---|---|
| Fiverr-Gig | 50–500 € | — |
| Offshore-Freelancer | 500–2.500 € | — |
| Nearshore-Team | 2.000–6.000 € | — |
| Freelancer in Deutschland | 800–8.000 € | oft nichts (und niemand) |
| Kleine Agentur | 3.600–10.000 € | 60–250 €/Monat |
| Große Agentur | 15.000–50.000 € | 150–500 €/Monat |
| Baukasten | — | 5–15 €/Monat |
| Selbst mit KI | — | ~20 €/Monat |
Die Drei-Jahres-Rechnung
Monatspreise klingen immer harmlos. Rechnen wir sie hoch — drei Jahre, mittlere Annahmen:
- Agentur: 5.000 € einmalig + 36 × 100 € Wartung = 8.600 €
- Freelancer: 2.500 € einmalig + 36 × 8 € Hosting = rund 2.790 €
- Baukasten: 36 × 12 € = 432 €
- Selbst mit KI: 36 × 19 € + 45 € Domain = rund 730 €
Dieselben Zahlen als Bild — der Agentur-Balken ist fast zwölfmal so lang wie der, um den es in diesem Blog geht
Da steht es schwarz auf weiß: Der Baukasten ist immer noch am billigsten. Ich werde dir das nicht schönrechnen. Rund 300 Euro Unterschied auf drei Jahre, das sind acht Euro im Monat. Wenn der Preis dein einziges Kriterium ist, klick dich zu Jimdo und lies hier nicht weiter.
Warum es sich erst jetzt selbst lohnt
Eine Sache noch, bevor wir zum Kern kommen — sie erklärt, warum diese Rechnung vor drei Jahren noch ganz anders ausgesehen hätte.
Schematisch — aber die Wendepunkte sind datiert
Schau zuerst auf die dunkle Linie: Sie fällt nicht. Eine Website machen zu lassen kostet heute so viel wie vor zwanzig Jahren, eher etwas mehr. Stundensätze steigen, sie sinken nicht. Wer darauf wartet, dass Agenturen billiger werden, wartet vergeblich.
Verändert hat sich die gelbe Linie — das, was du selbst können musst. Und die hat eine Geschichte mit einem Umweg.
Wer 1998 eine eigene Website wollte, musste HTML lernen, FTP verstehen und einen Server mieten. WordPress hat das 2003 halbiert: Websites ohne HTML. Dann aber kam, was kaum jemand erzählt — ab etwa 2012 wurde es wieder schwieriger. Frameworks, Build-Ketten, Abhängigkeiten: Der Bau einer zeitgemäßen Website wurde komplizierter statt einfacher. Genau deshalb hatten die Baukästen ihre beste Zeit. Für Laien waren sie die einzige Abkürzung.
Der Absturz kommt erst danach, und er hat zwei Stufen:
- Die Agenten lernten schreiben. Seit 2023 liefert dir eine KI nicht mehr nur Textbausteine, sondern echten, funktionierenden Code.
- Dann bekamen sie Arme. Über die Konnektoren aus dem letzten Teil erreicht dieselbe KI heute dein Hosting, deine Domain, deine Postfächer, deine Marktdaten. Nicht mehr nur bauen — auch live stellen, anschließen, messen.
Da, wo die gelbe Linie die dunkle kreuzt, dreht sich die Rechnung um. Nicht weil das Bezahlen billiger geworden wäre. Sondern weil das Selbermachen aufgehört hat, mühsam zu sein.
Warum die Frage trotzdem falsch gestellt ist
Der entscheidende Unterschied steht in keiner dieser Zahlen. Es ist der Unterschied zwischen Miete und Eigentum.
Beim Baukasten mietest du. Die Website liegt auf deren System, gebaut mit deren Werkzeugen, lebendig nur solange du zahlst. Kündigst du, ist sie weg — nicht „exportierbar", sondern weg. Erhöhen die den Preis, zahlst du. Und was dort technisch möglich ist, entscheidest nicht du.
Bei der Agentur kaufst du — aber meistens ohne Schlüssel. Zugänge, Passwörter, Hosting laufen über die. Jede Änderung ist eine E-Mail, ein Termin, eine Rechnung. „Können Sie mal schnell die Telefonnummer ändern?" kostet dann eine halbe Stunde zu 120 Euro.
Beim selbst gebauten Weg gehört dir alles: die Domain, der Code, die Inhalte. Du kannst morgen den Hoster wechseln und alles mitnehmen.
Die richtige Frage ist nicht „Was kostet eine Website?", sondern: „Was kostet es mich, sie zu ändern?"
Genau da kippt die Rechnung. Denn eine Website ist kein Möbelstück, das einmal aufgestellt wird. Du bekommst einen neuen Mitarbeiter, du nimmst eine Leistung ins Programm, du willst zur Heizperiode eine Aktion fahren, ein Kunde hat eine super Bewertung geschrieben. Bei Agentur, Freelancer und Billig-Anbieter ist jede dieser Änderungen ein Vorgang mit Wartezeit und Rechnung. Beim Baukasten kannst du nur das, was er vorsieht. Baust du selbst, sagst du es in einem Satz, und zwei Minuten später ist es online.
Und noch etwas: Du zahlst nicht nur für eine Website
Die 20 Dollar für Claude sind in dieser Rechnung eigentlich falsch angesetzt — ich habe sie der Ehrlichkeit halber trotzdem voll der Website zugeschlagen. Denn dasselbe Abo baut dir, wie im letzten Teil beschrieben, auch das automatische Angebot aus dem Anfrageformular, sortiert deine Postfächer, schreibt deinen Newsletter und schaltet deine Anzeigen.
Eine Agentur, die dir das alles einrichtet, rufst du erst gar nicht an. Die kostet nämlich nicht 5.000 Euro.
Damit ist die Preisfrage vom Tisch. Was du wirklich brauchst, sind rund 20 Euro im Monat und ein Nachmittag Zeit — der Rest ist Handwerk, und das zeige ich dir Schritt für Schritt. Wie du die Werkzeuge aus diesem Artikel einrichtest, steht im kostenlosen Modul 1 der gefundenwerden.online Academy.
Und im nächsten Artikel bauen wir sie dann endlich: die erste eigene Website.